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Tablets im Unterricht sinnvoll einsetzen: So fördern Sie individuelles Lernen und Selbstständigkeit

Verfasst von Justina Niedziela | 11. August 2026

Die Rolle von Tablets in Schulen entwickelt sich ständig weiter. Während die Bildungsbehörden in einigen Ländern die Bildschirmnutzung einschränken, investieren andere im Rahmen ihrer Lehr- und Lernstrategien in digitale Geräte. Doch wie können „ Lehrkräfte “ Tablets effektiv einsetzen, um personalisiertes Lernen zu fördern und den Unterricht zu bereichern? Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Tablets Lernprozesse, Motivation, Zusammenarbeit und selbstständiges Arbeiten unterstützen können, wenn sie pädagogisch sinnvoll integriert werden (Fischer & Nörpel, 2024; Universität Würzburg, Forschungsprojekt „Schule von Morgen“, 2025).

Entscheidend ist nicht das Gerät selbst, sondern wie es im Unterricht eingesetzt wird. Eine klar strukturierte digitale Lernumgebung trägt dazu bei, den Einsatz von Tablets effektiv zu gestalten. Lernplattformen wie itslearning ermöglichen es zudem, Lernaktivitäten mit Lernzielen und Lehrplananforderungen zu verknüpfen. Dadurch erhalten Lehrkräfte nicht nur einen Überblick über Aufgaben und Materialien, sondern auch über die Kompetenzen der Lernenden und darüber, wo möglicherweise weitere Unterstützung erforderlich ist.

Tablets im Unterricht: Was die Forschung über Lernergebnisse sagt

Bevor wir uns mit konkreten Einsatzmöglichkeiten von Tablets befassen, lohnt es sich, einen Blick auf die Forschungsergebnisse zu werfen. Die Diskussionen über Tablets in Schulen, insbesondere im Hinblick auf die Bildschirmzeit, sind oft polarisiert. Während der passive Konsum von Bildschirminhalten wie Fernsehen oder nicht-interaktiven Videos mit negativen Auswirkungen auf das Lernverhalten und die schulischen Leistungen von Kindern in Verbindung gebracht wird, können gezielte und interaktive Anwendungen wie Lern-Apps oder digitale Lernspiele positive Auswirkungen auf die Lernergebnisse haben. Entscheidend ist daher nicht die Bildschirmzeit an sich, sondern wie und zu welchem Zweck digitale Medien genutzt werden (Sanders et al., 2024). Gleichzeitig zeigen Forschungsergebnisse, dass die Auswirkungen digitaler Hilfsmittel davon abhängen, wie sie im Unterricht eingesetzt werden, was insgesamt ein differenzierteres Bild ergibt.

Ein Überblick über aktuelle Studien zeigt, dass Tabletten insbesondere in den folgenden Bereichen helfen können:

  • individuelles Lernen
  • aktive Beteiligung der Lernenden 
  • Selbstständiges Arbeiten 
  • flexible Unterrichtsgestaltung 

Fischer und Nörpel (2024) kommen zu dem Schluss, dass digitale Geräte positive Auswirkungen haben können, wenn sie den Lernenden verschiedene Möglichkeiten bieten, auf Inhalte zuzugreifen, und individuelle Lernwege unterstützen. Die von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg durchgeführte wissenschaftliche Studie zeigt zudem, dass ein „One-to-One“-Tablet-Programm unter geeigneten pädagogischen Bedingungen die Motivation, die Zusammenarbeit und das schulische Lernen fördern kann. Zu den wichtigen Faktoren zählen eine klare didaktische Struktur und eine aktive Begleitung durch das „ Lehrkraft “ (Universität Würzburg, 2025).

Die Forschungsergebnisse legen daher nahe, dass klar definierte Lernziele, geeignete Aufgaben und eine „ Lehrkraft “ Betreuung wichtige Voraussetzungen für den effektiven Einsatz von Tablets im Unterricht sind. Digitale Hilfsmittel können die pädagogische Planung und die persönliche Interaktion sinnvoll ergänzen (Universität Würzburg, 2025; Bildungsportal Niedersachsen, o. J.).


Wie können Tablets im Unterricht eingesetzt werden?

Viele Lehrkräfte interessieren sich weniger für die Technologie an sich als vielmehr dafür, wie Tablets in der pädagogischen Praxis eingesetzt werden können.

Digitale Geräte können Lernprozesse individueller gestalten. Die Lernmaterialien lassen sich an unterschiedliche Lernbedürfnisse anpassen, während die Lernenden die Inhalte in ihrem eigenen Tempo durcharbeiten und bei Bedarf auf zusätzliche Unterstützung zurückgreifen können. Dies kann insbesondere in Gruppen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus hilfreich sein. Während einige Lernende noch dabei sind, ihre Grundkenntnisse zu festigen, können andere bereits an anspruchsvolleren Aufgaben arbeiten. Tablets können daher einen Unterricht unterstützen, der besser auf die individuellen Bedürfnisse eingeht.

Eine zentrale Anforderung ist, dass die verschiedenen Lernangebote für alle Beteiligten übersichtlich und überschaubar bleiben. Eine gemeinsame digitale Struktur kann den Lernenden Orientierung bieten und den „ Lehrkräfte “ dabei helfen, Aufgaben und Materialien bereitzustellen, die den unterschiedlichen Lernfortschritten entsprechen.

Am Gymnasium Mainz-Mombach spielen Tablets und itslearning spielen eine wichtige Rolle im schulischen Alltag. Weitere Informationen finden Sie im Artikel „ blog “ mit dem Titel„Individualisiertes Lernen: Wie das Gymnasium Mainz-Mombach die Schule neu denkt“.

7 Möglichkeiten, Tablets im Unterricht einzusetzen 

Differenzierte Lernmaterialien bereitstellen

Tablets erleichtern es, Aufgaben, Erklärungen und Zusatzmaterialien an unterschiedliche Lernfortschritte anzupassen. Die Lernenden können so passende Unterstützung oder anspruchsvollere Aufgaben erhalten, ohne dabei den gemeinsamen thematischen Schwerpunkt aus den Augen zu verlieren.

Nutze Lernvideos zum selbstständigen Lernen

Die Lernenden können sich die Lernvideos mehrmals ansehen und die Inhalte in ihrem eigenen Tempo durcharbeiten. Kurze Aufgaben oder Reflexionsfragen können die Videos enger in den Lernprozess einbinden und das personalisierte Lernen fördern.

Digitale Portfolios nutzen

Digitale Portfolios machen Lernfortschritte sichtbar und regen zur Selbstreflexion an. Die Lernenden können ihre Arbeiten sammeln, ihre Entwicklung einschätzen und anhand von Rückmeldungen ihre nächsten Schritte planen. Lehrkräfte erhalten zudem Einblick in den gesamten Lernprozess, nicht nur in das Endergebnis.

Die Zusammenarbeit fördern

Tablets erleichtern es, Aufgaben, Erklärungen und Zusatzmaterialien an unterschiedliche Lernfortschritte anzupassen. Die Lernenden können so passende Unterstützung oder anspruchsvollere Aufgaben erhalten, ohne dabei den gemeinsamen thematischen Schwerpunkt aus den Augen zu verlieren.

Schnelleres Feedback geben

Digitales Feedback hilft den Lernenden, ihr aktuelles Niveau einzuschätzen und ihre nächsten Schritte zu planen. An Lernziele geknüpftes Feedback zeigt, was bereits erreicht wurde und woran sie weiter arbeiten können.

Differenzierte Lernmaterialien bereitstellen; die digitale Kompetenz kontinuierlich fördern

Tablets bieten zahlreiche Möglichkeiten, digitale Kompetenz direkt in den Lernprozess zu integrieren. Wenn Lernende Informationen recherchieren, Quellen vergleichen oder digitale Inhalte erstellen, üben sie gleichzeitig, Informationen kritisch zu bewerten und verantwortungsbewusst mit digitalen Werkzeugen umzugehen. 

Dazu gehören auch der Schutz personenbezogener Daten und ein respektvoller Umgang miteinander im Internet. Digitale Kompetenz beschränkt sich daher nicht auf eine einzelne Unterrichtsstunde, sondern wird Teil des schulischen Alltags.

Individuelle Lernpfade erstellen

Individuelle Lernpfade ermöglichen es den Lernenden, Aufgaben zu bearbeiten, die ihrem aktuellen Niveau entsprechen. Einige erhalten möglicherweise zusätzliche Unterstützung, während andere mit anspruchsvolleren Aufgaben fortfahren. In einem Tablet-Unterricht können die Lernenden innerhalb desselben Themas unterschiedliche Lernpfade verfolgen. Einige erhalten möglicherweise zusätzliche Erklärungen und Übungsaufgaben, während andere das Thema anhand anspruchsvollerer Projekte vertiefen.

In itslearningkönnen diese Lernwege mithilfe geeigneter Materialien, Wochenpläne oder schrittweiser Aufgabenabläufe klar strukturiert werden. Alle Lernenden arbeiten auf dieselben Lernziele hin, beschreiten jedoch unterschiedliche Wege, um diese zu erreichen, und übernehmen nach und nach mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen.

Warum Tablets nicht ausreichen 

Die Einführung von Tablets wird oft als wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung angesehen. In der Praxis führen Geräte allein jedoch nicht zu einer nachhaltigen Schulentwicklung. Deshalb bleiben Diskussionen über Tablets oft zu eng gefasst. Der pädagogische Nutzen ergibt sich aus geeigneten Lernaufgaben, der Begleitung durch Lehrkräfte und einer verlässlichen Lernumgebung, die Orientierung bietet.

Ebenso wichtig sind gemeinsame Vereinbarungen innerhalb der Schule. Einheitliche Grundstrukturen, berufliche Fortbildung und die Zusammenarbeit unter den Lehrkräften helfen den Schulen dabei, Tablets sinnvoll und nachhaltig in den Unterrichtsalltag zu integrieren.

Warum Lernplattformen den pädagogischen Wert des Unterrichts mit Tablets steigern

Je intensiver Tablets im Unterricht eingesetzt werden, desto wichtiger wird ein gemeinsames digitales Rahmenkonzept. Eine Lernplattform wie itslearning verbindet die Arbeit mit Tablets mit klaren Abläufen und sorgt für Einheitlichkeit im Unterricht.

Die Hardware ermöglicht den Zugriff auf digitale Inhalte, während itslearning ein zuverlässiges Rahmenkonzept für den Einsatz dieser Inhalte im Unterricht schafft. Lehrkräfte entscheiden, wie sie die digitalen Möglichkeiten so nutzen, dass sie zu ihren Lernenden und ihren Unterrichtszielen passen, und können so Lernprozesse zielgerichtet steuern. Der Wert eines Tablet-Unterrichts liegt daher nicht allein im Gerät, sondern in einem ganzheitlichen Ansatz.

Fazit: Der erfolgreiche Einsatz von Tablets beginnt bei der Pädagogik 

Tablets bieten ein erhebliches Potenzial für personalisiertes Lernen, Selbstständigkeit und die Entwicklung digitaler Kompetenz. Untersuchungen zeigen jedoch, dass dieses Potenzial nur dann ausgeschöpft werden kann, wenn Tablets Teil eines sorgfältig durchdachten pädagogischen Ansatzes sind (Universität Würzburg, 2025; Fischer & Nörpel, 2024).

Technologie allein reicht nicht aus. Schulen benötigen zudem ein gemeinsames pädagogisches Verständnis, transparente Lernprozesse und ein Lernumfeld, das den Unterricht und die Zusammenarbeit fördert. Eine nachhaltige digitale Schulentwicklung entsteht, wenn Hardware, Software, Pädagogik und Schulorganisation Hand in Hand wirken.

Eine erfolgreiche Digitalisierung beginnt daher nicht mit einem Tablet. Sie beginnt mit der Frage, wie Lernen gestaltet werden sollte.